Auslöser für die Einführung des neuen UFI-Code ist die Verbesserung des Konsumentenschutzes: Bei Vergiftungen von Kindern mit Haushaltsprodukten wie Waschmittel, Spezialreiniger, Leim, Dünger oder anderen gefährlichen Gemischen, ist es entscheidend die Inhaltsstoffe des Produktes genau zu kennen. Dadurch lassen sich die richtigen Gegenmassnahmen einleiten. Für den Hersteller ist die genaue Rezeptur jedoch ein Betriebsgeheimnis, weshalb er die Inhaltsangaben nur generell angibt. Im Ernstfall ist es für eine Giftnotrufzentrale, ohne die genauen chemischen Verbindungen zu kennen, nicht möglich die beste Behandlung vorzuschlagen.
Welche Regeln gelten für die Kennzeichnung des UFI-Codes?
- Das „UFI:“ Akronym gilt für alle EU-Amtssprachen und ist immer in Grossbuchstaben und mit Doppelpunkt dem UFI-Code voranzustellen.
- Der 16-stellige Code ist in vier Abschnitte durch Bindestriche zu unterteilen.
- Bezüglich Schriftart und Schriftgrösse gibt es nur die Bestimmung, dass der UFI-Code gut sichtbar und unverwischbar sein muss. Einen unverwischbaren Code ist abhängig von der Kennzeichnungs-Technologie und der Oberflächeneigenschaften.
- Wo Sie den UFI-Code auf dem Etikett anbringen müssen, ist nicht definiert. Damit er aber im Notfall schnell auffindbar ist, bietet sich der Platz in der Nähe der Gefahrenpiktogrammen an.
Welche Produkte müssen gekennzeichnet werden?
Die UFI-Kennzeichnung ist für alle Produkte mit chemisch gefährlichen Gemischen verpflichtend.
Für welche Länder gilt der UFI-Code?
Der UFI-Code ist eine Forderung aus der CLP-Verordnung der europäischen Union. Deshalb ist dieser in allen Ländern im EWR Raum (EU-Länder + Lichtenstein, Norwegen und Island) anzuwenden.
SONDERFALL SCHWEIZ
Seitdem die bilateralen Verträge zwischen der Schweiz und der EU auf Eis gelegt sind, ist das Giftzentrum der Schweiz „Tox Info Suisse“ nicht berechtigt die Daten aus der ECHA-Datenbank zu lesen. Aus diesem Grund müssen Sie die Produkte aus der EU in der Schweiz nochmals bei der Anmeldestelle für Chemikalien registrieren.
Allerdings kann der UFI-Code der EU beibehalten werden. Für Produkte, die Sie innerhalb des Schweizer Marktes vertreiben, gibt es einen eigenen Swiss-UFI-Generator. Liefern Sie Ihre Produkte aus der Schweiz in die EU, ist ein „EU-Bevollmächtigter“ gemäss Artikel 4 der Verordnung (EU) 2019/1020 zu bestimmen.

Ab wann muss der UFI-Code angedruckt werden?
Seit dem 1. Januar 2021 ist der UFI-Code bereits für private und gewerbliche genutzte, gefährliche Gemische vorgeschrieben. Ab 2024 müssen Sie industriell verwendete Gemische mit dem Code auszeichnen. Für Produkte, die nach dem alten Verfahren gemeldet sind, verfällt die Übergangsfrist am 1. Januar 2025.

Welche Verordnung der EU regelt den UFI-Code?
Die Erweiterung der CLP-Verordnung (EU) 1272/2008 mit dem Anhang VIII (EU) 2017/542 gibt die Rechtswirksamkeit des UFI-Codes ab dem 01.01.2020 bekannt.
Fazit
Um die Produktesicherheit zu erhöhen, steigert die EU stetig die regulatorischen Anforderungen in sensiblen Brachen. Das Prinzip dahinter kennen wir beispielsweise aus der Medizintechnik. Was in der Medizintechnik der UDI-Code ist, ist in der Chemie-Branche der UFI-Code. Durch die Autorisierung von Giftinformationszentren auf die Rezept-Datenbank der ECHA, können diese im Ernstfall schnell reagieren und damit Leben retten.
Fehlerhafte Kennzeichnung kann direkt zum Tode eines Menschen führen. Deshalb müssen Sie darauf achten, dass Sie den UFI-Code automatisiert drucken und keine doppelten Daten in einer Chemikalienanwendung und im ERP System vorhanden sind. Eine versehentliche falsche Synchronisierung oder manuelle Anpassung kann die Kennzeichnung schnell negativ beeinflussen.
Mit dem OPAL LABELMANAGEMENT können Sie die UFI direkt von Ihrem SAP ERP auf die Kennzeichnung bringen. OPAL bietet dazu nicht nur eine Lösung für die Kennzeichnung, sondern auch für die Datenintegrität: Mit dem Content & Alert Manager, kurz CAM können Sie sicherstellen, dass nur validierte Daten von Ihrer Kennzeichnung verwendet werden.
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