Wie Sie, haben auch wir, die Entwicklung der SAP-Formulartechnologie der letzten 20 Jahre mitverfolgt. Wir geben Ihnen hier einen kleinen technischen Überblick über die Möglichkeiten der SAP Standard-Formulartechnologien SAPscript, Smart Forms und Adobe Forms. Wir zeigen Ihnen auf, wann sich der Einsatz des SAP-Formulars für Etiketten lohnt und wann Sie sich damit keinen Dienst erweisen.
SAPscript – in die Jahre gekommen
Aus heutiger Sicht ist SAPscript eine veraltete Technik. SAPscript ist eine SAP-Formulartechnologie, in der Sie Formulare erstellen und über die SAP-Nachrichtensteuerung ausgeben. Jahrelang war das die einzige Möglichkeit, einen Thermo Transfer Drucker (allgemein bekannt als Etikettendrucker), direkt aus SAP anzusprechen.
Hierbei haben Sie Druckaufträge direkt in einer Druckersprache wie beispielsweise ZPL (Zebra Programming Language) als Standard Texte Objekte im SAPscript hinterlegt. Mit eigener ABAP-Entwicklung haben Ihre Entwickler Texte (z.B. die Materialnummer) mit variablen Inhalten ersetzt. Dieser im SAPscript eingebetteter „Text“ wurde über einen entsprechenden Device Type (SAP Drucker Treiber) an den gewünschten Etikettendrucker gesendet. Und genau hier fingen die Probleme an.
Die typischen Problemstellungen mit SAPscript:
Unicode Zeichen haben nicht funktioniert, andere Zeichensätze als Latin-1 oder ASCII wurden nicht sauber unterstützt. Dies führte insbesondere bei mehrsprachigen Etiketten zu Problemen in der Darstellung.
Für die SAP Basis war die Suche nach dem richtigen Device-Type immer sehr mühselig. Insbesondere für nicht-Zebra Drucker-Modelle gab es oft keine passenden Device-Typen und man musste sich mit Kompromissen oder einer Emulation weiterhelfen.
Auf vielen Etiketten kommen Grafiken zum Einsatz. Diese wurden oft nicht korrekt übermittelt, weil die Grafik eine falsche Auflösung hatte, oder Zeichen beinhaltetet, die vom Device-Type „verschluckt“ wurden.
Drucker-Optionen wie Schneiden nach dem Auftrag, Spenden oder eine saubere Positionierung haben nicht wie gewünscht funktioniert. Diese Optionen und Druckeinstellungen benötigen spezielle Kommandos, welche Drucker-Modell spezifisch sind.
Die Druckerauflösung galt es ebenfalls zu beachten. Dies hat dazu geführt, dass dasselbe Etikett mehrfach angelegt wurde und die Etiketten somit druckerabhängig waren. Damit hat sich der Pflegeaufwand vervielfacht.
SAP Smart Forms – die erhoffte Revolution?
SAP Smart Forms war eine kleine Revolution in der SAP-Formulartechnologie. Zumindest dachten das viele. Smart Forms wurde im April 2001 als offizieller Nachfolger von SAPscript eingeführt. Seit Ende 2005 hat SAP die Weiterentwicklung eingestellt. Für den Etikettendruck hat sich technisch leider nicht viel geändert. Hingegen steht für ABAP Entwickler dabei ein leistungsstärkerer grafischer Editor zur Verfügung.
Verbesserungen von Smart Forms im Vergleich zu SAPscript:
Im Vergleich zu SAPScript konnte man nun mit Smart Forms eine Internationalisierung (Mehrsprachigkeit) der Formulare umsetzen. Dadurch sollte sich der Wartungsaufwand senken. Das war bei Belegen sicherlich der Fall, beim Etikettendruck aber nicht. Denn bei den Etiketten war das Problem technischer Art; die Auflösung des Druckers hat teilweise dazu geführt, dass Formulare doppelt angelegt wurden.
Viele Druckerhersteller haben im Laufe der Zeit ihre eignen Gerätetypen für Smart Forms bereitgestellt. Im Rahmen des «SAP Printer Vendor Programs» sind nun neben Zebra (dem defacto Standard für SAP) einige dazugekommen, teilweise aber auch wieder ausgestiegen. Für viele waren die Zebra-Drucker die einfachste Wahl, weil man mit den Gerätetypen, die über SAP ausgeliefert wurden, gut arbeiten konnte. Heute hingegen sind einige aktuelle Modelle nicht mehr mit ausgeliefert und Sie müssen diese nachinstallieren.
Die Umsetzung der Trennung von der Datenbeschaffung zum Layout ist mit Smart Forms möglich. Leider hat sich auch hier gezeigt, dass der Teufel im Detail steckt. Unsere Kunden haben oft Tage, wenn nicht Wochen damit verbracht, das Layout so anzupassen, dass dieses korrekt positioniert und passend zur Druckerauflösung ausgegeben wurde. In den meisten Fällen haben sie dann doch wieder auf die Einbettung von Textobjekten wie in SAPscript zurückgegriffen.
Smart Forms ergänzt mit einer Etiketten Layout Software
Wenn Sie ZPL kennen, Entwickler sind und einen guten Draht zur SAP-Basis haben, dann wiesen Sie die besten Voraussetzungen auf, effizient und erfolgreich einen Etikettendruck mit Smart Forms umzusetzen. Stiegen hingegen die Anforderungen an einen etwas flexibleren Druck, beispielsweise durch verschiede Kundenanforderungen, haben sich viele mit einer professionellen Etiketten Layout Software weitergeholfen. Die Einbindung war einfach und konnte die SAP-Formulartechnologie ergänzen. Wir stellen nachfolgend zwei Ansätze für den Einsatz einer Etiketten Layout Software vor:
Upload von ITF Layouts
Sie haben in einem externen Designer ein Etikettenlayout erstellt und mit Platzhaltern versehen. Der Druckercode für ein bestimmtes Druckermodell wurde dann in eine Textdatei exportiert. Diese Dateien wurden in ITF (Interchange Text Format) erzeugt, damit man diese als Standardtexte im SAP hochladen konnte. Den so erzeugten Druckercode hat man nun im Smart Forms eingebettet. Die Nachteile und Probleme aus der Zeit von SAPscript waren jedoch damit nicht gelöst.
Dynamischer Druck mit externen Layouts
Ein etwas flexiblere Integration und teils heute noch oft im Einsatz ist Folgende: Sie haben anstelle eines Formulars einen Export der reinen Inhalte in Form einer Textdatei (meist war dies eine CSV-Datei) generiert. Diese hat eine professionelle Etiketten Layout Software aufgegriffen und die Inhalte in ein zuvor erstelltes Etikettenlayout abgefüllt. Die Vorteile dabei sind markant und bis heute ungeschlagen: Sie können auf jeglichen Etikettendrucker drucken, ohne dass Sie das Layout anpassen müssen. Sie können zudem unter anderem alle Features des Druckers nutzen, ohne dabei mühsam die entsprechenden Kommandos zu suchen.
SAP Adobe Forms – die neuste Technologie
Adobe Forms ist der neuste Standard der SAP-Formulartechnologie. Neue Formulare und somit auch Etiketten im SAP-Standard werden Sie heute in der Regel mit SAP Adobe Forms entwickeln. Hierbei muss zwischen statischen Formularen (Belegen) und interaktiven Formularen unterschieden werden. Wenn wir über den Etikettendruck sprechen, so arbeitet man mit statischen Formularen.
Mit SAP Adobe Forms haben unsere Kunden zum ersten Mal einen Formdesigner, der diesen Namen auch verdient. Durch die Kooperation von SAP und Adobe können Sie heute den integrierten Adobe LiveCycle Designer nutzen. Dieser Designer unterstützt verschiedene Schriftarten, Grafiken und Barcodes – ohne, dass hierfür weitere Hardware-Module oder ähnliches notwendig sind.
SAP-Formulartechnologie richtig einsetzen
Etikettendruck ist mit der SAP-Formulartechnologie für viele nach wie vor eine Herausforderung. Es ist und bleibt eine Aufgabe für die Entwicklung und somit der IT. Der Fachbereich kann Anpassungen und Kundenanforderungen nicht selbst umsetzen. Die Unterstützung der Druckerhersteller ist deutlich besser geworden. Allerdings muss man hier einige Einschränkungen hinnehmen und teilweise gute Nerven mitbringen.
Wer viele verschiedene Etiketten druckt und mit zahlreichen gesetzlichen und kundenspezifischen Anforderungen konfrontiert ist, wird sicherlich eine professionelle Label Management Lösung bevorzugen, denn: Ein Label Management erlaubt Ihnen die Erstellung von Etiketten-Layouts mit einem professionellen Designer und den Zugriff auf die Layouts in SAP. Die Layout-Steuerung, Druckerfindung und Rückmeldungen vom Druckstatus finden direkt in SAP statt. Damit erhalten Sie nicht nur einen “Single Point of Truth”, sondern auch einen “Single Point of Management” und des Weiteren auch eine Vorschau für Ihre Etiketten.
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