Empfohlene Vorgehensweise

Es geht darum, die Grundlagen für die Entscheidungsträger zu erarbeiten und diese auch ansprechend zu präsentieren. Es empfiehlt sich sehr, nach einem Konzept vorzugehen. Je strukturierter die Vorgehensweise und je transparenter die Ausgestaltung der Bewertung, desto grösser ist die Chance, dass das Resultat und die resultierende Entscheidung von allen Beteiligten verstanden und mitgetragen werden.

Wir empfehlen die Beurteilung nach dem «Magischen Dreieck».

Magisches Dreieck das die Auswahlkriterien Risiko-Kosten-Nutzen darstellt.

Die Risikobeurteilung soll aufzeigen, wie geschäftskritisch der Kennzeichnungsprozess ist.

  • Wie viele Produkte werden mit dem Prozess gekennzeichnet?
  • Wie viele Personen verwenden den Prozess?
  • Was passiert, wenn der Prozess ausfällt?
  • Wie viele Systeme sind involviert?
  • Wie ist die Verfügbarkeit sichergestellt?

Eine saubere und nachvollziehbare Risikobeurteilung ist für jeden Entscheidungsträger zentral.

In aller Regel wird der Nutzen mittels Nutzwertanalyse ermittelt. Eine Gefahr besteht dabei darin, dass man durch Fehler oder eine nicht adäquate Vorgehensweise falsche Resultate erzeugt. Je mehr Kriterien berücksichtigt werden, desto grösser die Gefahr, dass wesentliche Kriterien von unwesentlichen nicht angemessen unterschieden werden können.

Payback / Return on Investment (ROI)

Die Berechnung der Payback Periode oder des „Return on Investment“ (ROI) erweist sich regelmässig als sehr nützlich. Die Schwierigkeit in diesem Ansatz liegt in der Ermittlung der Kosten, da viele nicht direkt zur Verfügung stehen.

Total Cost of Ownership (TCO)

Diesen Ansatz finden wir sinnvoll, wenn zwischen sehr unterschiedlichen IT-Infrastrukturen oder Lizenz Modellen entschieden werden muss. Beispielsweise bei SaaS (Software as a Service) versus Subcription- oder einem On Premise – Modell.

Investitionsbetrachtungen

Investitions-Betrachtungen

Eine Beurteilung betreffend die Investition in ein LBM ist gleichzeitig einfach wie auch sehr schwierig:

  • Einfach, da sich nach unserer Erfahrung die „Payback Periode“ als sehr pragmatischer Ansatz bewährt hat.
  • Schwierig, da zur Berechnung des Paybacks die Kosten der abzulösenden Kennzeichnungs-Prozesse meistens nicht transparent verfügbar sind (versteckte Kosten). Diese versteckten Kosten müssen hergeleitet werden, damit ein adäquater Payback errechnet werden kann.

Kosten aller operativen Stunden, die für die Kennzeichnung aufgewendet werden.

Potential: 50%

Durch die Digitalisierung und Automatisierung entfällt Aufwand für Verwaltung und Steuerung (Overhead) sowie manuelles Auswählen von Etiketten-Vorlagen und Ausfüllen von Daten zum Druckauftrag.

Ein Produktrückruf gehört sicher zu den kostspieligsten Fehlern, die in einem Unternehmen auftreten können. Wenn der Fehler auf der Kennzeichnung die Identifizierung oder die Rückverfolgbarkeit betrifft, ist der Schaden noch grösser.

Jeder manuelle Eingriff in der Auswahl des Etiketten-Layouts oder der Datenbestimmung verdoppelt das Risiko, dass dieser Fall eintreten kann.

Fehler, die vor der Auslieferung bemerkt werden, führen zu unplanmässigem Mehraufwand und verzögern oft die Auslieferung.

Analysen von Produktion und Verpackung erzielen oft das Resultat, dass Aufwände der Kennzeichnung ungenügend abgebildet und oft für Verzögerungen verantwortlich sind. Mit einem effizienten Prozess können Verzögerungen bei der Kennzeichnung reduziert werden.

Fehler, die nicht im operativen Betrieb behoben werden können und keine Rückrufe erfordern werden zu Qualitätsfällen. Ein Qualitätsverantwortlicher muss meistens die Fehlerursache finden und Massnamen ergreifen, damit der Fehler in Zukunft vermieden werden kann. Unternehmen, die nicht auf historische Druckdaten zurückgreifen können, tragen meistens die hohen Kosten für die Bearbeitung des Qualitätsfalls, ohne die Ursache genau bestimmen zu können.

Schlechte Systemverfügbarkeiten, schwankende Netzwerkstabilität und fehlende Ersatzprozesse bedeuten Produktionsausfälle und Lieferverzögerungen.

Haben Kunden spezielle Anforderungen an die Kennzeichnung wie beispielsweise ein Private Label, was mit dem bisherigen Kennzeichnungssystem nicht umgesetzt werden kann, können auch Opportunitätskosten durch verlorene Geschäftsmöglichkeiten entstehen.

Unternehmen, die nach der Kennzeichnung nochmals eine visuelle Inspektion durchführen oder Teile vom Kennzeichnungsprozess in anderen Systemen oder manuell freigeben müssen, haben auch hier versteckte Kosten im Prozess.

Hier zählt der Aufwand für die Umsetzung neuer Anforderungen. Hier sind die Anzahl der Personen, die eine Änderung implementieren und die Anzahl der System-Schnittstellen die Kostentreiber.

Dollar-Note im Wasser an einem Angelhacken als Symbolbild für die versteckten Kosten

Tipp zur Ermittlung von versteckten Kosten

Eine Problembaum-Analyse hilft bei der Ermittlung von versteckten Kosten, aber auch bei der Erstellung und Interpretation der Nutzwert-Analyse.

  1. Ermitteln Sie zuerst bei Ihrem bestehenden Prozess die drei wichtigsten “Pain Points”. Wenn Sie dabei zum Beispiel herausfinden, dass es sich um die Punkte Qualität, Zeit und Kosten handelt, befinden Sie sich in guter Gesellschaft.
  2. Tragen Sie diese Pain Points in einem Problembaum Modell unter Problem ein.
  3. Ermitteln Sie zu jedem Problem die Ursache und die Auswirkung.

Tipp zur Ermittlung von versteckten Kosten

Eine Problembaum-Analyse hilft bei der Ermittlung von versteckten Kosten, aber auch bei der Erstellung und Interpretation der Nutzwert-Analyse.

  1. Ermitteln Sie zuerst bei Ihrem bestehenden Prozess die drei wichtigsten “Pain Points”. Wenn Sie dabei zum Beispiel herausfinden, dass es sich um die Punkte Qualität, Zeit und Kosten handelt, befinden Sie sich in guter Gesellschaft.
  2. Tragen Sie diese Pain Points in einem Problembaum Modell unter Problem ein.
  3. Ermitteln Sie zu jedem Problem die Ursache und die Auswirkung.

Berechnung von ROI und Payback

Der Payback ist nichts anderes als der Kehrwert des Return on Investment (ROI).

Mathematische Formel zu Return on Investment und Payback.

Return

Der Return steht für alle Einsparungen, die Sie mit dem neuen LBM erzielen. Dafür müssen Sie alle operativen und versteckten Kosten durchgehen und eine Schätzung für die Einsparung vornehmen. Wenn Sie zum Beispiel eine Minute pro Druckauftrag einsparen und sie pro Jahr 1 Million Druckaufträge ausführen, so haben Sie einen Return von einer Million Euro (angenommen 1 Minute = 1 Euro).

Investment

Das Investment ist die Summe aller Ausgaben. Dazu gehören die Projekt-, Lizenz- und Wartungs-Kosten. Infrastrukturkosten wie beispielsweise Servermiete können auch mitgerechnet werden. Wir empfehlen, nur die zusätzlichen Server einzurechnen, da sonst die Server des alten Systems wieder zum “Return” hinzuaddiert werden sollten.

Nutzwert-Analyse

Meistens bekommt man nicht die Zeit, das Resultat einer Nutzwertanalyse im Detail vor den Entscheidungsträgern zu präsentieren. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich auf die wesentlichen Punkte der Nutzwertanalyse zu beschränken. Dabei sollte auf folgende Punkte eingegangen werden:

  • Wer hat die Kriterien der Auswahl bestimmt und wie?
  • Wer hat bewertet und wie?
  • Wer hat gewichtet und wie?
Darstellung der Ergebnisse aus einer Nutzwert-Analyse mit einem Spinnen-Netz Diagramm.

Tipp für die Gliederung von Kriterien

Machen Sie sich Gedanken über eine Gruppierung der Anforderungen. Damit lässt sich das Resultat der Analyse zum Schluss besser darstellen und diskutieren. Beispiel für eine Gruppierung:

  • Funktionelle Designer Anforderungen
  • Funktionelle Management Anforderungen
  • Anforderung zur Sicherheit
  • Anforderungen zur Leistung
  • Erfüllung der Killer-Kriterien
  • Spezielle Funktionalitäten

Tipp zur Bewertung der Anforderungen

Bei der Bewertung der Anforderungen wird oft eine Skala von 1-10 verwendet. Unsere Meinung dazu ist, dass es sehr schwierig ist, mit einer solchen Skala zu bewerten. Wir befürworten eine Skala von lediglich 0-3:

0: Anforderung ist nicht erfüllt
1: Anforderung ist nur über einen Workaround erfüllbar
2: Anforderung wird erfüllt, aber man könnte es besser machen
3: Anforderung wird erfüllt wie gewünscht

Bei dieser Skala gibt es viel weniger Diskussionen um die Benotung. Da es keine Mitte gibt, muss man sich bei jeder Funktion entscheiden, ob diese nun ausreichend ist oder nicht.

Tipp für die Gliederung von Kriterien

Machen Sie sich Gedanken über eine Gruppierung der Anforderungen. Damit lässt sich das Resultat der Analyse zum Schluss besser darstellen und diskutieren. Beispiel für eine Gruppierung:

  • Funktionelle Designer Anforderungen
  • Funktionelle Management Anforderungen
  • Anforderung zur Sicherheit
  • Anforderungen zur Leistung
  • Erfüllung der Killer-Kriterien
  • Spezielle Funktionalitäten

Tipp zur Bewertung der Anforderungen

Bei der Bewertung der Anforderungen wird oft eine Skala von 1-10 verwendet. Unsere Meinung dazu ist, dass es sehr schwierig ist, mit einer solchen Skala zu bewerten. Wir befürworten eine Skala von lediglich 0-3:

0: Anforderung ist nicht erfüllt
1: Anforderung ist nur über einen Workaround erfüllbar
2: Anforderung wird erfüllt, aber man könnte es besser machen
3: Anforderung wird erfüllt wie gewünscht

Bei dieser Skala gibt es viel weniger Diskussionen um die Benotung. Da es keine Mitte gibt, muss man sich bei jeder Funktion entscheiden, ob diese nun ausreichend ist oder nicht.

Tipp zur Gewichtung der Resultate

Über die Gewichtung von Anforderungen kann praktisch jedes erwünschte Resultat gesteuert werden. Aus diesem Grund gilt es, hier besonders vorsichtig zu sein, wenn man seine Glaubwürdigkeit nicht verspielen will. Unserer Ansicht nach gibt es nur zwei mögliche Ansätze, um hier Fehler zu vermeiden:

  • Keine Gewichtung aller Anforderungen. Bei diesem Ansatz sollte darauf geachtet werden, dass die Anforderungen ähnlich signifikant zur Zielerreichung beitragen.
  • Gewichtung der Anforderungen. Wird dieser Ansatz gewählt, dann muss jede Anforderung mit allen anderen Anforderungen einzeln verglichen und die Gewichtung entsprechend errechnet werden.

Die Gewichtung der Anforderungen trägt meistens nicht zur Transparenz und zur einfachen Übersicht bei.

Tipp zur Gewichtung der Resultate

Über die Gewichtung von Anforderungen kann praktisch jedes erwünschte Resultat gesteuert werden. Aus diesem Grund gilt es, hier besonders vorsichtig zu sein, wenn man seine Glaubwürdigkeit nicht verspielen will. Unserer Ansicht nach gibt es nur zwei mögliche Ansätze, um hier Fehler zu vermeiden:

  • Keine Gewichtung aller Anforderungen. Bei diesem Ansatz sollte darauf geachtet werden, dass die Anforderungen ähnlich signifikant zur Zielerreichung beitragen.
  • Gewichtung der Anforderungen. Wird dieser Ansatz gewählt, dann muss jede Anforderung mit allen anderen Anforderungen einzeln verglichen und die Gewichtung entsprechend errechnet werden.

Die Gewichtung der Anforderungen trägt meistens nicht zur Transparenz und zur einfachen Übersicht bei.

Haben Sie Fragen zur Evaluation eines LBM?

Wir helfen Ihnen gerne bei der Evaluation der für Sie passenden Lösung. Wir haben auch Vorlagen in Excel und PowerPoint, die wir Ihnen gerne zur Verfügung stellen.

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      Über den Autor:

      Urs Bartholdi Produkt-Manager OPAL LABELMANAGEMENT

      Urs Bartholdi

      Produkt Manager & Compliance Officer

      Der Produkt Manager des OPAL Professional Service und seit 2018 bei OPAL Associates AG. Er war bei der Geburt des OPAL LABELMANAGEMENTES auf der Kundenseite schon dabei, weshalb auch seine DNA im Produkt zu finden ist.

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